Pilgerabzeichen, Pilgerzeichen, seit dem 12. Jh. als Massenartikel produzierte Wallfahrtsandenken (Wallfahrtsmedaillen).

Pilgerabzeichen bestehen für gewöhnlich aus einer Legierung von Blei und Zinn, bisweilen auch aus Holz, * Jet, Papiermaché oder anderen Materialien, anfänglich gewöhnlich in Form eines durchbrochenen Reliefs. Im allgemeinen handelt sich um die Darstellung eines Heiligen oder * Heiltums. Im 14. Jh. wurden mit Spiegelsplittern versehene Pilgerabzeichen besonders begehrt, da Spiegel den Ruf hatten, die heilbringende Wirkung zu erhöhen.

Das häufigste Motiv für Pilgerabzeichen war die Muschel (* Pilgermuschel). Seit der 2. Hälfte 15. Jh. kamen anstelle der als Gittergüsse ausgeführten durchbrochenen Reliefs Pilgerabzeichen in Medaillen- oder Plakettenform in Mode. Seit Ende 18. Jh. waren dann doppelseitig geprägte Pilgerabzeichen gebräuchlich. Pilgerabzeichen wurden an der Gewandung oder am Hut angenäht getragen und wiesen die Pilger als solche aus.

Die Straßen waren früher durch Wegelagerer unsicher, und die Pilgerabzeichen sollten vor Überfällen schützen, da es als unglückbringend galt, frommen Pilgern ein Leid zuzufügen. Häufig waren Pilgerabzeichen auch auf den Einbänden und im Inneren von Gebetbüchern angebracht. Einen besonders großen Bestand an Pilgerabzeichen besitzt das Fockemuseum in Bremen.


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