Protorenaissance, heute nur mehr selten verwendeter Ausdruck des Baseler Kunsthistorikers Jakob Burckhardt (1818-1897) für "Vorrenaissance".

Er bezeichnete damit die schon vor dem Beginn der eigentlichen Renaissance in der Architektur, Malerei und Plastik erkennbare stilistische Hinwendung zur Antike. Beispiele für die Protorenaissance finden sich vor allem in der Romanik Südfrankreichs und in Italien, wo das Verhältnis zwischen Papsttum und den weltlichen Herrschern seit dem Investiturstreit gespannt war, was die Päpste u. a. durch eine Favorisierung der von der Antike beeinflussten Kunst zum Ausdruck brachten (Renovatio Romae). Anderseits bedienten sich auch die weltlichen Herrscher der Protorenaissance, um ihren Machtanspruch durch monumentale Bauwerke zu dokumentieren, wie das Beispiel des im Auftrag des Staufers Friedrich II. in Capua 1234-39 gebauten Triumphtors dokumentiert. In Italien wird das Phänomen der so genannten Protorenaissance im * Duecento "lingua franca" genannt.


« Protoporzellan

Prototyp »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.