Punktiermanier, der * Radierung verwandtes, vor allem im 18. Jh. gebräuchliches Ätzverfahren, bei dem der aufgetragene * Ätzgrund durchstochen wird, um das Eindringen der nachfolgend aufgebrachten Säure zu ermöglichen.

Bei der Punktiermanier besteht sowohl die Darstellung (Porträt etc.) als auch der umgebende Grund aus dicht gesetzten verschieden großen Punkten. Im Gegensatz zur Punktiermanier erfolgt die Bearbeitung der Kupferplatte beim * Punktstich und beim * Punzenstich auf trockenem Weg, d. h. ohne Ätzvorgang. Früher waren auch Kombinationen von Punktiermanier und Punktstich oder Punzenstich üblich. Bei der Punktiermanier sind durch die Ätzung die einzelnen Punkte nicht so scharf voneinander abgegrenzt wie beim Punktstich. Neben * Sticheln werden bei der Punktiermanier auch verschieden gezahnte Rädchen verwendet. Je dichter die Punkte gesetzt sind, desto dunkler erscheint die Darstellung nach dem Druck auf dem Papier, wenige und feine Punkte vermitteln den Eindruck von Helligkeit. Die Tonabstufungen, d. h. die Nuancen von Hell und Dunkel lassen sich sehr gut wiedergeben, deshalb zählte die Punktiermanier zu den bevorzugten Verfahren der * Reproduktionsstecher.

Wegen der Empfindlichkeit der Platte konnten selten mehr als 200 Abdrucke von einer Platte hergestellt werden. Die Punktiermanier gilt als Perfektion der * Krayonmanier. Auf * Porträts in Punktiermanier spezialisiert war u. a. ein in London ansässiger Kupferstecher namens Thomas Burke (1749-1815). Auch C. Knight, W. Ryland und C. Watson in England arbeiteten in Punktiermanier. Bekannt wurde die Punktiermanier aber vor allem durch den Florentiner Francesco Bartolozzi, der seit 1764 in England tätig war und eine Vorliebe für diese Technik hatte. Der vielen in England in Punktiermanier hergestellten Blätter wegen wird das Verfahren bisweilen auch "Englische Punktiermanier" genannt.


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