Quilt, englisch, "steppen", "Steppdecke",

Bezeichnung für Decken und Bettüberwürfe, die auf der Schauseite mit * Applikationen versehen und durch Absteppen reliefartig zu erhöht sind. Die in Form von * Patchwork aufgesteppten Stoffreste bilden meist geometrische Muster, können aber auch figurale Motive und Symbole darstellen. Bei Quiltdecken befindet sich zwischen der Schauseite und der Rückseite ein dichtes, vliesartiges Material, durch das beim Steppen die für den Quilt typische reliefartige Struktur gebildet wird, die den Quilt von der Applikationsarbeit unterscheidet. Das Quilten war schon im Altertum in Ägypten bekannt. Von Indien gelangte die Technik nach England und wird dort seit dem 17. Jh. gepflogen.

Siedler brachten Quilts nach Nordamerika, wo sich auch die Indianerinnen der Technik annahmen; im 19. Jh. wurde dort die Herstellung der Stepparbeiten von Farmersfrauen zur Perfektion gebracht. Große Quilts sind oft die Gemeinschaftsarbeit der weiblichen Mitglieder einer Familie. Quilts zählten zur Aussteuer jeder Frau. Seit den 1970er Jahren wird das Quilten in Europa in Kursen gelehrt, hat Eingang in die Kunst gefunden und stellt eine beliebte Freizeitbeschäftigung dar. Die erste Quilt-Biennale fand 1985 im Textilmuseum in Heidelberg statt.


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