Quodlibet, lateinisch, "was beliebt", "Durcheinander",

1) Diskussionen in kleinem Kreis oder an Universitäten ("disputatio de quodlibet"). Ein ausgewählter Kandidat musste an ihn gerichtete Fragen zu einem bestimmten Thema ohne Vorbereitung möglichst schnell beantworten. Die Spontaneität ergab zur allgemeinen Erheiterung oft komische Aussagen.

2) In der Bildenden Kunst Bezeichnung für Bilder, bei denen die dargestellten Dinge so naturalistisch gestaltet sind, dass der Eindruck entsteht, es handle sich um keine künstlerische Arbeit, sondern um existente Objekte. Ist ein solches als Sinnestäuschung beabsichtigtes Bild gemalt, spricht man häufig von einem * Trompe-l'oeil. Der Ausdruck Quodlibet wird dagegen meist in Verbindung mit graphischen Arbeiten verwendet. Quodlibet sind für gewöhnlich mit Zeichenfeder und * Tusche hergestellt und * aquarelliert.

Ein bekanntes Quodlibet-Motiv sind täuschend echt aussehende Schriftstücke mit zum Teil eingerollten Ecken. Quodlibets geben oft auch zum Angreifen naturalistisch an einer hölzernen Wand hängend dargestellte Gegenstände wieder. Mit Trompe-l'oeil werden dagegen eher aufwendig gestaltete Ölgemälde bezeichnet. Solche Täuschungsbilder erfreuten sich besonders im Barock großer Beliebtheit.


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