Radschloss, um 1515/17 erfundener Schlossmechanismus für * Feuerwaffen.

Beim Radschloss dient ein durch Reibung von Schwefelkies und Stahl entstehender Funke als Zündung. Ein Stahlrädchen mit feinen Kerben an seiner Peripherie ist am Schlossblech drehbar gelagert und ragt in die Zündkrautpfanne hinein. An seiner Achse ist mittels einer Kette ein Arm der Schlagfeder befestigt. Dreht man nun das Rad mittels eines auf den äußeren Vierkant seiner Achse aufzusetzenden Schlüssels (* Radschlossspanner) in die entsprechende Richtung, so wickelt sich die Kette auf und spannt die Feder. Eine federnde Stange greift sodann mit einer Nase in eine Rast des Rades ein und sichert die gespannte Stellung. Der Hahn, welcher den Schwefelkies trägt, wird zum Feuern mit diesem auf das Rad niedergelassen und mit einer zweiarmigen Feder angedrückt. Bei Betätigung des Abzugs hebt sich die nasenförmige Sicherung der Stange, das Rad läuft dem Druck der Feder folgend ab und schlägt vom Schwefelkies des Hahns Funken, die das Zündkraut in der Pfanne entzünden, dessen Flamme durch eine Bohrung zur Treibladung gelangt, diese gleichfalls entzündet und dadurch den Schuss auslöst.

Ab ca. 1630 wurde das Radschloss sukzessive durch das * Steinschloss ersetzt. Bei Scheibengewehren war das Radschloss auch im 18. Jh. noch in Gebrauch.


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Radschlossspanner »


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