Rayonismus, Lutschismus, von französisch rayon, "Strahl",

Vorrevolutionäre avantgardistisch-abstrakte Malerei in Russland. Der 1910 entstandene Stil geht auf Michail F. Larionow zurück, von dem auch das 1913 veröffentlichte "Manifest des Rayonismus" stammt. Der Künstler experimentierte 1910-1914 mit Lichtbündeln und zerlegte Objekte in Farbstrahl-Kompositionen, um damit Energie darzustellen und ein Gefühl für die vierte Dimension zu entwickeln. Die Rayonisten werden auch "Lutschisten" genannt, von russisch lutsch, "Strahl". Die Anordnung aller Bildelemente in parallel verlaufende, sich überschneidende strahlenartige Farbfelder, die sich facettenartig wie Lichtbündel aufsplittern, hat den Namen "Luminarismus".

Die Künstler des Rayonismus verwendeten bei ihren Arbeiten oft farbige Scheinwerfer als Hilfsmittel. Die erste Ausstellung rayonistischer Bilder gab es 1912 unter dem Titel "Der Eselsschwanz". 1913 veröffentlichten Larionow und seine Frau, die futuristische Malerin Natalija Gontscharowa, das "Rayonistische und futuristische Manifest". Außer den schon erwähnten Malern arbeiteten auch Kasimir Malewitsch und N. Gontscharowa zeitweise im Stil des Rayonismus.


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