Relief, französisch relief, von lateinisch relevare, "erheben",

Bezeichnung für ein Werk der * Plastik, dessen Darstellungen an eine Fläche gebunden sind. Das Relief nahm seinen Ausgang von * prähistorischen Ritzzeichnungen in Stein, Bein und Elfenbein, die zum * Flachrelief überleiten. Die plastischen Darstellungen sind, mit Ausnahme der als Durchbruchsarbeit (* Ajourarbeit) ausgeführten Reliefs immer an eine Hintergrundfläche gebunden. Selbst * Hinterschneidungen oder * Freistellungen bleiben zumindest ansatzweise mit dem Untergrund, d. h. mit der Reliefbasis verbunden.

Nach dem Maß der Plastizität wird zwischen Flachrelief (französisch basrelief, italienisch basso rilievo), Halbrelief (französisch semirelief, italienisch mezzo rilievo) und dem stark erhabenen expressiven * Hochrelief (französisch hautrelief, italienisch alto rilievo) unterschieden, mit den Möglichkeiten der Hinter- und Freischneidung sowie der Durchbruchsarbeit. Reliefs, die sich vom Hintergrund in gleicher Höhe abheben und deren Schnittkanten senkrecht zum Untergrund stehen, wirken gleichsam appliziert und werden als * Hochschnitt bezeichnet.

Man findet diese Technik vor allem beim * Glasschliff und bei alten nordischen, spanischen oder mozarabischen Elfenbeinschnitzereien. * Konkave, in die Tiefe gehende Negativreliefs werden meist * Tiefschnitt oder * Intaglio genannt. Diese Technik wird vor allem bei * Gemmen, * Siegelstempeln, * Modeln, * Patronen, beim * Glasschliff und beim * Treiben angewendet.

Von der Rückseite her als Negativrelief ausgeführt, wirken der Glasschliff und die Treibarbeit in Metall, von der Vorderseite betrachtet, positiv. Bei der Herstellung von Reliefs werden die verschiedensten Techniken (Schnitzen, Schleifen, Behauen, Modellieren, Treiben usw.) angewendet, abhängig davon, welches Material zur Verfügung steht. Sonderformen des Reliefs sind Reliefintarsien und * Mikroschnitzereien.


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