Reliquiar, Reliquienschrein, Reliquienbursa, von lateinisch reliquiae, "Überreste",

Bezeichnung für oft kostbar ausgeführte Behälter zur Aufnahme von * Reliquien. Im Mittelalter war auch der Ausdruck Phylacterion für Reliquiar gebräuchlich. Reliquiare sind häufig aus vergoldetem Silber gefertigt, manchmal auch aus Glas, frühe Exemplare aus Elfenbein. Es wird angenommen, dass z. B. die * Lipsanothek von Brescia als Reliquiar vorgesehen war. Alten Inventaren ist zu entnehmen, dass manche der aus Bein, Elfenbein und * Certosa-Mosaik hergestellten Behälter der * Embriachi-Werkstatt zur Aufbewahrung von Reliquien verwendet wurden. Sie haben oft die Form eines Hauses oder Turmes.

Reliquiare werden für gewöhnlich nach ihrer äußeren Form benannt (Kopf-, Hand-, Fuß- und Kuppelreliquiar). Reliquienschreine, die für eine Kreuzpartikel bestimmt sind, heißen * Staurothek. Auch * Greifenklauen und * Olifante bzw. * Sarazenische Hörner dienten manchmal als Reliquiar; gleiches gilt für frühe * Kusstafeln. In Ausnehmungen von Altären gemachte Funde lassen erkennen, dass auch einfache Dinge, wie * Spanschachteln und Gläser (z. B. des Krautstrunk-Typus), zur Aufnahme von Reliquien dienten. Eine aus Leinen oder Seide bestehende Hülle für Reliquien heißt "Brandea".


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