Rentoilieren, von französisch rentoiler, "auf neue Leinwand ziehen",

Bezeichnung für die Technik, den * Bildträger zu ersetzen, d. h. den Farbauftrag auf einen anderen Untergrund zu übertragen. Das Verfahren findet Anwendung durch Übertragen der Farbschicht auf Leinwand, wenn das Gewebe des Farbträgers z. B. durch Pilze oder Fäulnis stark zersetzt ist, oder bei abgemorschtem Holz von Tafelbildern. In großem Stil wurden Rentoilieren im 20. Jh. in Paris an den vom napoleonischen Kunstraub betroffenen Bildern vorgenommen, sowie in der 2. Hälfte 19. Jh. an zahlreichen Gemälden der Kaiserlichen Galerie in Wien, heute Kunsthistorisches Museum Wien. Auch bei Diebstahl und Fälschungen soll mit Rentoilagen gearbeitet worden sein, um Untersuchungen zu erschweren. Das bloße Unterlegen des alten Bildträgers, ohne diesen zu ersetzen, wird * Doublieren genannt.


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Repentiers »


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