Ringgefäße, vom 16.-18. Jh. gebräuchliche Gefäße. Sie gleichen in der Form einem kleinen, mit Einfüllöffnung und Standfuß versehenen Schwimmreifen.

Als Material dienten im 16. Jh. * Steinzeug oder * Fayence, manchmal auch Zinn und seit dem 17. Jh. oft Glas. Manche Ringgefäße sind als Krug ausgebildet, andere haben einen engen flaschenförmigen Hals; solche Ringflaschen schließen der Form nach an die scheibenartige * Pilgerflasche an. Ringgefäße haben an den Seiten meist Ösen zum Durchziehen einer Tragkordel. Im Zentrum kann sich auf beiden Seiten ein runder Einsatz in Medaillonform, mit einer Malerei oder einem Relief, befinden.

Als Pulver- oder * Zündkrautflaschen dienende Ringgefäße weisen keine Standplatte auf. Sie sind meist aus Holz gedrechselt, es gibt aber auch Exemplare aus Elfenbein. Besonders bekannt ist eine im Bayerischen Nationalmuseum in München befindliche elfenbeinerne Zündkrautflasche dieses Ringwulsttyps. Sie wurde * formgedrechselt und danach mit zahlreichen in einer Richtung verlaufenden Tierdarstellungen beschnitzt. Das auf jeder Seite des Rondells befindliche Medaillon sowie die Augen und goldenen Halsbänder der das Wild hetzenden Jagdhunde sind mit Smaragden und Diamanten besetzt.


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