Rochus, latinisierter Name von althochdeutsch rohon, "brüllen", Heiliger, einer der vierzehn * Nothelfer, * Pestheiliger.

Rochus soll 1295 in Montpellier geboren und dort 1327 gestorben sein. Er wird im allgemeinen mit Pilgermantel sowie breitkrempigem Hut dargestellt und weist mit einer Hand auf eine Pestbeule am Bein. Neben ihm befindet sich meist ein Hund, der ein Brotstück im Maul hält. Der Heilige soll von Geburt an ein kreuzförmiges rotes Mal auf der Brust gehabt haben, das als Zeichen göttlicher Auserwählung angesehen wurde. Nach dem Tod seiner Eltern verteilte Rochus die gesamte Habe und pilgerte nach Rom. Während der Wanderschaft widmete er sich der Pflege von Pestkranken.

Auf der Rückreise nach Frankreich wurde Rochus selbst mit der * Pest angesteckt und schleppte sich zu einer einsamen Hütte, wo ihn ein Engel pflegte. Wie es in der Legende heißt, versorgte ihn ein Jagdhund mit Brot, und gegen den Durst entsprang eine eigene Quelle. Nach seiner Genesung war Rochus so gealtert und entstellt, dass er bei der Ankunft in seiner Heimatstadt von niemandem erkannt und ins Gefängnis geworfen wurde, da man annahm, er sei ein Spion. Seine Identität offenbarte sich erst nach fünf Jahren, als wegen seines nahenden Todes ein Priester zu Rochus in den Kerker kam und das rote Kreuzzeichen auf dessen Brust bemerkte. Berichtet wird in dem Zusammenhang auch von einer wundersamen Inschrift, die an den Mauern des Verlieses erschienen sein soll.


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Römer »


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