Rosenkreuzer. Die Gründung der Bruderschaft soll bereits im MA erfolgt sein. Die Blütezeit erlebte der christliche Bund, dessen Mitglieder sich selbst als dem "Collegium der Weisen" angehörend bezeichneten, in der Renaissance. Aufgrund ihrer Vorliebe für das Geheimnisvolle wurden die R. gelegentlich von der kirchlichen und staatlichen Autorität verfolgt. Sie agierten daher zeitweise als Geheimbund und verwendeten dann ein mit Rosen verziertes Kreuz als Erkennungszeichen. Als Gründer der Bruderschaft wird ein Ritter namens Christian Rosencreutz angegeben, der ein "Rosenkreuz" in seinem Wappen führte. Nach ihrem zweiten Symbol, dem * Pelikan, wurden die R. früher auch "Ritter vom Pelikan" genannt. Das Ziel der Bruderschaft war die geistige Erneuerung der Gesellschaft. Die R. befaßten sich mit der Reinkarnation (Wiedergeburt) und suchten, wie die * Alchimisten, nach dem * Stein der Weisen. Sie waren aber weniger an der Herstellung von Gold als an der ewigen Jugend interessiert. In ihren Schriften scheinen die gleichen Symbole auf wie bei den Alchimisten. Darauf Bezug nimmt u. a. ein 1616 von Johann Valentin Andreae herausgegebener * Traktat "Die chymische Hochzeit Christiani Rosenkreuz". Durch die Vorliebe für alles Geheimnisvolle kamen in Romantik und Historismus mit Rosen beschnitzte Elfenbeinkreuze in Mode. J. W. v. Goethe widmete den R. seine Schrift "Die Geheimnisse". Ende 19. Jh. etablierte sich in Paris eine Gruppe von Malern unter dem Namen R.; federführend war der Schriftsteller Péladan. Von 1892-97 wurden Bilder der Gruppe und auch Werke anderer Künstler, die nicht dem Kreis angehörten, in den Salons "Rose & Croix" ausgestellt, u. a. Arbeiten von Ferdinand Hodler. Zu den R.-Malern gezählt werden z. B. Marcellin Desboutin, Charles Filiger und Armand Point.


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