Rötel, Bergrot, Eisenrot, Rotocker, Rotstein, * Rubrica,

Bezeichnung für stark färbendes Gemenge aus Ton und rotem Eisenocker. Der schon in der Steinzeit für Höhlenzeichnungen verwendete Rötel ist als Mal- und Anstrichfarbe auch im Altertum nachweisbar, etwa im Papyrus Ebers aus dem 16. Jh. v. Chr. Weiche Zeichenstifte aus Eisenocker und Ton wurden erst seit Ende 15. Jh. hergestellt. Rötelzeichnungen waren im ausgehenden 15. Jh. vor allem in Italien (Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael u. a.) und im Rokoko besonders in Frankreich gebräuchlich (Fragonard, Lancret, Watteau u. a.). Mit * Krayon- und * Punktiermanier wurden Rötel- und * Kreidezeichnungen täuschend ähnlich nachgeahmt. Mit Rötel vorgenommene Entwurfszeichnungen lassen sich bei Gemälden nur schwer nachweisen, weil infrarotes Licht die Rötelzeichnung durchdringt und nicht sichtbar macht.


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Rötelzeichnung »


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