Sandrart, Joachim von (geb. 1606, Frankfurt/M.; gest. 1688, Nürnberg), deutscher Maler, * Kupferstecher und Kunstschriftsteller.

Die Grundbegriffe der Zeichenkunst wurden Sandrart von G. Keller u. S. Stosskopf vermittelt, bevor er 1620 bei P. Isselburg in Nürnberg die Stecherlehre antrat. 1622 begab sich Sandrart nach Prag, um seine Ausbildung bei Ä. Sadeler fortzusetzen, der ihm auch riet, zur Malerei zu wechseln. Eine weitere Station Sandrarts war das Atelier von Honthorst in Utrecht, wo er 1627 mit Rubens zusammentraf und mit diesem Holland bereiste. 1628 ist eine Englandreise bezeugt, bevor sich Sandrart im folgenden Jahr über Venedig und Florenz nach Rom begab. Seit 1632 war er für den Marchese Vincenzo tätig und betreute dessen Gemäldesammlung sowie eine Publikation über die Antikensammlung des Markgrafen. 1635 kehrte Sandrart nach Frankfurt zurück. Wegen der Kriegswirren (Dreißigjähriger Krieg 1618-48) reiste Sandrart 1637 nach Amsterdam, wo er bis 1644 lebte, um danach wieder seine Reisetätigkeit aufzunehmen. Seit den 1670er Jahren war Sandrart bleibend in Nürnberg ansässig, wo er 1674 die Leitung der dortigen * Akademie übernahm. Für die Nachwelt bedeutsam ist vor allem sein 1675-1679 erschienenes Werk "Teutsche Akademie der edlen Bau-, Bild- und Mahlereykünste" (lateinische Ausgabe 1683). Während der erste Teil von den Künsten handelt, werden im zweiten Teil bedeutende Künstler seit der Antike beschrieben, von denen Sandrart auf seinen Reisen viele persönlich kennengelernt hatte. Der dritte Teil ist den damals bekannten Kunstsammlungen gewidmet. 1925 erschien eine neue, nicht vollständige Ausgabe, mit Kommentaren von Peltzer. Ein * Faksimile-Druck der Erstausgabe kam 1965 heraus (Einführung von Hofrat Dr. Walter Koschatzky).


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