Schule von Barbizon, Sammelbegriff für Landschaftsbilder, die von Malern in den Jahren 1840-1870 im Raum von Barbizon geschaffen wurden.

Die Künstler hatten sich alljährlich, vornehmlich während der Sommerzeit, nach Barbizon zurückgezogen, einen idyllisch gelegenen kleinen Ort, zirka 50 km südöstlich von Paris, am Rand des heute noch zirka 17.000 ha großen Waldes von Fontainebleau. Der Wald ist berühmt für seine mächtigen alten Eichen und pittoresken Felsen. Als erster hatte sich der Maler Théodore Rousseau 1836 für Naturstudien in Barbizon niedergelassen. Die mit dem französischen Terminus auch als "Paysage intime" (intime Landschaft) bezeichneten Bilder sind betont unaufdringliche, schlicht gehaltene Landschaftsdarstellungen.

Die Schule gilt als Wegbereiter des französischen * Impressionismus. Sie wird manchmal missverständlich auch * Schule von Fontainebleau genannt. Der Schule von Barbizon gehörten neben Théodore Rousseau u. a. die Maler Camille Corot, Charles F. Daubigny, Jean-François Millet, Narcisse Diaz de la Pena und Constant Troyon an. Obwohl die Natur das Hauptmotiv bildete, ist bekannt, dass nur Daubigny im Freien malte. Die übrigen Künstler legten im Allgemeinen im Freien nur Skizzen an, um dann im Atelier nach diesen Vorstudien zu malen. Während heute die Gemälde als eher sentimental geprägt angesehen werden, galten manche davon zur Zeit ihrer Entstehung wegen ihres sozialen Realismus vielfach als radikal, beispielsweise das Bild "Ährenleserinnen" von Millet.


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