Skythische Kunst, Kunstschaffen des schon im Altertum genannten Reiternomadenvolks der Skythen.

Es drang im 6. Jh. von den Steppen Mittelasiens in sein historisches Verbreitungsgebiet zwischen Don und Karpathen ein und leistete 513 v. Chr. dem Perserkönig Darius I. erfolgreich Widerstand. Die Hauptfundorte Skythischer Kunst liegen in eurasischen Steppengebieten, vornehmlich im nördlichen Iran und im nördlichen Schwarzmeergebiet zwischen Donau und Don. Von den kunsthandwerklich ausgereiften Arbeiten der als Bogenschützen gefürchteten Nomadenreiter sind schöne Guss- und Treibarbeiten erhalten, verziert mit Tierszenen und Einzeltieren oder tiergestaltigen Mischwesen. Besonders beeindruckend sind die aus Gold hergestellten Objekte.

Neben Schmuckstücken, Gefäßen und Zierstücken für Pferdezaumzeuge und Sättel sind aus skythischen Hügelgräbern auch Waffen und zahlreiche Gebrauchsgegenstände (* Spiegel usw.) geborgen worden. Die Blütezeit der Skythischen Kunst war zwischen 600 und 300 v. Chr. Im 2. Jh. v. Chr. verlor das letzte Fürstentum auf der Krim seine Unabhängigkeit. Der Name Skythische Kunst ging später auf die Stämme der Sarmaten und andere im Schwarzmeergebiet lebende Nomaden über. Der römische Dichter Ovid wurde wegen seiner frechen Verse von Kaiser Augustus im Jahre 7 n. Chr. "zu den wilden Skythen" nach Tomi am Schwarzen Meer (heute Konstanta) verbannt. Dort verfasste er seine "Tristien" (Trauerlieder) und "Epistolae ex Ponto" (Briefe vom Schwarzen Meer).


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