Spanschachtel, meist ovaler schachtelförmiger Behälter, bei dem die Wandung sowie die Seitenwand des Deckels aus hobelspanähnlichem dünnem Holz bestehen, während der Boden und die Deckfläche des Deckels aus dickerem Holz gefertigt sind.

Von den zahlreichen Produktionsstätten des 18./19. Jh. hat sich Berchtesgaden bis heute erhalten. Hier werden Spanschachteln noch immer nach alten Vorlagen in Handarbeit mit bunter Bemalung verziert. Spanschachteln dienten u. a. als Stauraum für Trachtenhauben (Haubenschachtel), Brautgut (Brautschachtel), Patengeschenke (* Godenschachtel) und manchmal auch zur Aufbewahrung von * Reliquien.

Da sie als Reliquienbehältnisse nicht der Abnutzung durch den Gebrauch ausgesetzt waren, haben sich hier sehr alte Exemplare erhalten. So fand man beispielsweise bei der Restaurierung der Flachauer Madonna in einer Ausnehmung des Rückenstücks eine Spanschachtel mit Reliquien und einem * Pergament vom 6. Juni 1500. Aus der Schrift geht hervor, dass Abt Wolfgang Örtl der Auftraggeber der Statue war. Auch in Ausnehmungen von Altären fand man Spanschachteln mit Reliquien.


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