Bacchanalien, den griechischen Dionysien entsprechende orgiastische Feiern der Römer zu Ehren des Gottes Bacchus (* Dionysos).

Entstanden sind die Feste in Griechenland. Die so genannten großen Dionysien fanden jeweils im März am Beginn der Vegetationsperiode statt. In ihrem Mittelpunkt stand die Verehrung des Fruchtbarkeit spendenden Gottes Dionysos, wobei der * Phallus-Kult eine Rolle spielte. Im Oktober, zur Zeit der Weinlese, feierte man die kleinen Dionysien, bei denen Dionysos als Gott des Weins verehrt wurde. Innerhalb der Dionysien gab es besondere Feste nach geheimen Riten, an denen sich nur Frauen beteiligen durften. Männer, die das Teilnahmeverbot missachteten, sollen von den durch den Saft des Wilden Weins in einen Rauschzustand versetzten * Mänaden getötet worden sein. Die dem Dionysos-Kult huldigenden Frauen sahen darin einen Ausgleich zur herrschenden Staatsreligion und zu der zum Teil homophilen Kriegerschicht. Im 6./5. Jh. v. Chr. breiteten sich die griechischen Kultfeiern im griechischen Unteritalien und im 3. Jh. v. Chr. im ganzen römischen Reich aus, hier zu Ehren des Gottes Bacchus. Die Bacchanalien nahmen mit der Zeit so ausschweifende Formen an, dass sich der römische Senat 186 v. Chr. zum Schutz der Moral genötigt sah, die Festlichkeiten zu verbieten, doch ohne Erfolg. Darstellungen von B., bei denen spärlich bekleidete Frauen gemeinsam mit * Faunen Trauben essen und Wein trinken, zählten zu den beliebten Motiven der Barockkünstler. Besonders expressiv, bewegt und bildhauerisch vollendet gestaltet sind die Elfenbeinreliefs von I. Elhafen im Bayerischen Nationalmuseum in München und im Kunsthistorischen Museum in Wien.


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