Steinzeug, Tonwaren, die im Gegensatz zum * Steingut einen dichteren, d. h. durch hohe Temperaturen (1.250° C) bis zur Verglasung gesinterten porzellanähnlichen * Scherben aufweisen.

Zum Unterschied vom * Porzellan ist der Scherben aber nicht durchscheinend. Man unterscheidet zwischen Grobsteinzeug (bräunlicher oder grauer Scherben) und Feinsteinzeug (gelblicher bis weißer Scherben). Steinzeugprodukte, vor allem Krüge, waren in Europa vom 15. Jh. bis 18. Jh. sehr gebräuchlich. Als * Glasur dient vielfach Kochsalz, das beim Sinterbrand beigemengt wird. Während das Chlor des Kochsalzes unter Entwicklung üblen Geruchs entweicht, bildet das verbleibende Natriumoxyd mit Tonerde und Quarz ein farbloses Natrium-Aluminiumsilikat als dünnen Glasüberzug, die Glasur. Das erste europäische Steinzeug mit Salzglasur entstand ca. 1350 in Siegburg, von wo es sich über Europa ausbreitete. Namentlich bekannt sind vor allem das * Creussener Steinzeug und das * Rheinische Steinzeug (* Blauwerk).


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