Stichel, Werkzeug der Graveure und Bildschnitzer.

Der Name leitet sich von Stechen ab und weist damit auf die Benützungsweise des Werkzeugs hin. Es wird in das Material im allgemeinen eingestochen und spanabhebend gearbeitet. Wegen der eintiefenden, eingrabenden Arbeitsweise spricht man oft von Grabsticheln. Der Name des jeweiligen Stichels hängt davon ab, wie seine Schneidfläche geformt ist bzw. wofür er verwendet wird. Man unterscheidet u. a. zwischen Spitz-, Rund-, Faden-, Flach- und Hohlstichel. Stichel dienen dazu, um z. B. in Ringplatten sowie in die für * Kupfer- und * Stahlstiche vorgesehenen Platten Darstellungen einzugravieren.

Auch die Miniatur- und * Mikroschnitzereien aus Elfenbein wurden mit feinen Sticheln gestaltet. Die Werkzeuge haben für gewöhnlich einen angesetzten rundlichen oder pilzförmigen Handgriff aus Holz, auf den der Druck mit dem ganzen Handteller ausgeübt werden kann. Die im Odenwald in Deutschland ansässigen Elfenbeinkünstler nannten sich im 19. Jh. Graveure, um auf den Stichel als das bei ihren Miniaturschnitzereien gebrauchte Werkzeug und damit auf die Kleinteiligkeit ihrer Tätigkeit Bezug zu nehmen.


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