Stobwasser, Johann Heinrich (geb. 1740, Lobenstein; gest. 1829, Braunschweig), bekannter deutscher Lackmaler.

Nach seiner Lehrzeit in der Lackiererwerkstatt der Brüder Eberlein in Ansbach entwickelte Stobwasser mit seinem Bruder, der Apotheker war, verbesserte Lacke. Als Bildträger dienten Blech, Papiermaché, Karton und Holz. Berühmtheit erlangte Stobwasser vor allem durch Dosen aus * Papiermaché, die in der 1763 von seinem Vater Sigmund in Braunschweig gegründeten Lackwarenmanufaktur hergestellt wurden und als "Stobwasserdosen" in die ganze Welt gelangten.

Besonders beliebt waren Schnupftabaksdosen mit erotischen Darstellungen an der Deckelinnenseite. Neben Dosen wurden in dem Unternehmen die verschiedensten Waren produziert, von kleinen Gegenständen, wie etwa Taschenuhren-Etuis, bis zu Möbeln und Staatskarossen. 1772 wurde in Berlin ein Zweigunternehmen gegründet und von J. Guérin geführt, einem aus Frankreich stammenden Tischler, der 1767 die Schwester Stobwassers geehelicht hatte. 1818 übersiedelte dann der Sohn Stobwassers mit dem gesamten Betrieb nach Berlin. 1829 ging der Betrieb in fremde Hände über und wurde alsbald aufgelassen.


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