Tachismus, von französisch tache, "Klecks", "Fleck", Anfang der 1940er Jahre erstmals in Paris aufgetretene Variante der abstrakten Malerei.

Wegbereitend für den * Art autre und den Tachismus war u. a. der im Pariser Exil tätige deutsche Maler Wols (Wolfgang Schulze). Seine kriegsbedingte psychische Belastung äußerte sich in spontanen, eruptiven Farbschlägen, die Gestaltung blieb fragmentarisch. Amorphe Flecken (taches) lassen zwar oft das Motiv erkennen, die Bilder selbst vermitteln aber den Eindruck, als wären sie nicht fertig ausgeformt, sondern noch im Entstehen begriffen. Nach 1940 entwickelte sich der Tachismus in den USA weiter. Nach Europa zurückgekehrt, erlebte der Tachismus Mitte der 50er Jahre seine Blütezeit.

Der Name Tachismus wird dem französischen Kritiker Charles Estienne zugeschrieben, der 1950 in der Galerie Drouin in Paris ausgestellte abstrakte Gemälde abwertend als "tachisme" bezeichnet haben soll. Die Namensprägung wird aber auch dem Kunstkritiker Michel Seuphor zugeschrieben, der die Stilbezeichnung 1950 anlässlich der Ausstellung "L´imaginaire" geprägt haben soll. Der Tachismus versucht, Empfindungen als Spiel des Zufalls durch spontanes Auftragen von Farbklecksen ohne überlegte Kompositionsprinzipien wiederzugeben. Man sprach dabei von der surrealistischen Schöpfungskraft des Unbewussten. Obwohl nicht immer passend, werden manchmal die Ausdrücke * abstrakter Expressionismus, * Art autre und * Informel anstelle von Tachismus gebraucht. Tatsächlich arbeiteten manche Informel-Künstler zeitweilig auch als "Tachisten" mit Farbflecken. Zu den Wegbereitern des Tachismus zählt neben Wols auch J. Pollock, dessen Tropftechnik von einigen Tachisten übernommen wurde. Andere bekannte Vertreter des Tachismus sind G. Bryen, H. Hartung, G. Mathieu und H. Michaux.


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