Taler, Silbermünze, die auch Silberguldener, Guldiner oder Guldengroschen genannt wurde und die nach dem deutschen Münzgesetz von 1857 einen Feinsilbergehalt von einem Lot (16 2/3 g) haben musste, bei einem Gesamtgewicht von 18,51 g.

Der Name Taler geht auf den ab 1513 im Auftrag des Grafen v. Schlick aus dem Silber von St. Joachimsthal in Böhmen geprägten so genannten "Joachimsthaler" zurück, der den Gegenwert eines Goldguldens in Silber darstellte. Die Münze war mit dem Wappen der Herren von Schlick, dem böhmischen Löwen, und mit dem Bild des Heiligen Joachim versehen. Nach einiger Zeit wurde der erste Teil des Wortes (Joachims-) weggelassen und die Münze nur mehr Taler genannt (woraus später das Wort Dollar hervorging).

Der Joachimsthaler war zwar nicht die erste Silbermünze, die dem Goldwert eines * Guldens entsprach, wurde aber in der Zeit von 1513-1528 in so großer Stückzahl in Sankt Joachimsthal hergestellt, dass er namengebend für ähnliche Münzen wurde. (Die erste Münze, die den Goldwert eines rheinischen Goldguldens in Silber darstellte, ließ Erzherzog Sigismund von Tirol bereits im Jahr 1486 schlagen.) Seit dem 16. Jh. erfolgte die Herstellung der Münzen nicht mehr von Hand aus, durch Schlagen am Prägeamboss (* Schrötling), sondern mittels maschineller Prägung. Der Taler wurde 1566 Reichsmünze (Reichstaler, abgekürzt Rtl.). Das Reich war seither in Taler-Länder (große Teile Nord-, Mittel- und Westdeutschlands) und Gulden-Länder (Süddeutschland und Österreich) geteilt. Daneben gab es dann noch das Markgebiet (Lübische Mark).

Bis 1871 blieb der Taler mit mehrmals verändertem Münzfuß die wichtigste deutsche Silbermünze, seit dem Münzgesetz von 1857 mit einem Wert von 30 * Groschen. Später diente der Taler nur noch als Schau- und Geschenkmünze (* Georgstaler, * Mariatheresientaler).


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