Totenrotel, Bezeichnung für die * Rotel eines Klosters, bestehend aus vielen aneinandergeklebten Pergamenten, in denen das Ableben jedes Klosterinsassen vermerkt wurde.

Aufgezeichnet sind auch die Stationen, die der Rotelbote aufsuchen musste, meist Nachbarklöster. Der Rotelbote reiste mit der Todesnachricht auf Pergament zu den angegebenen Orten und bekam bei jeder Station die Übermittlung der Nachricht bestätigt. Erwähnenswert ist in dem Zusammenhang, dass bei Totenrotel schwarze * Siegel Verwendung fanden. Nach der Ankunft im Heimatkloster wurde das Pergament an die im Kloster verwahrte Totenrotel (Verbrüderungsbuch) angeklebt.

Mit den Totenroteln hatte es folgende Bewandtnis: Viele Kölster waren durch so genannte "Gebetsverbrüderung" verbunden. Die ersten Gebetsverbrüderungen konstituierten sich im 6./7. Jahrhundert in Mönchsklöstern des angelsächsischen Raumes und griffen dann auch auf Kontinentaleuropa über. Sie hatten den Zweck, dass beim Tod eines Mitbruders auch die Insassen der konföderierten Klöster für dessen Seelenheil beteten und auf diese Weise sehr viele Gebete für den Toten gesprochen wurden.

Als wichtig angesehen wurde, der Seele des Verstorbenen vor allem die ersten 30 Tage nach dem Tod mit Gebeten und Fürbitten beizustehen und dadurch auch den Aufenthalt im * Fegefeuer abzukürzen. Nicht mit einer Gebetsverbrüderung in Zusammenhang gebrachte Verzeichnisse von Verstorbenen, die einer Klosterbruderschaft angehörten, heißen Nekrologien (* Nekrolog).


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