Trojanisches Pferd. Nach zehnjähriger vergeblicher Belagerung Trojas schlug Prylis, ein Sohn des Gottes * Hermes, auf den Rat Athenes hin den Griechen den Bau eines hölzernen Pferdes vor, das höher sein müsse als das Stadttor von Troja.

In seinem Rumpf müssten dreißig griechische Krieger mit ihren Waffen Platz finden. Nach Fertigstellung des Standbilds sollten die Griechen mit ihren Schiffen in See stechen, um dann im Schutz der Nacht heimlich zurückzukehren. * Odysseus griff den Plan auf und galt später als Erfinder dieser Kriegslist. Entgegen den Warnungen von * Laokoon und * Kassandra ("Kassandrarufe") rissen die Trojaner die Wehrmauer über dem Stadttor ein und zogen das Standbild auf Rollen in die Stadt.

Wie mit Odysseus abgesprochen, zerstreute der Grieche * Sinon alle Bedenken der Trojaner. Er gab vor, seinen Leuten entflohen zu sein, weil er geopfert hätte werden sollen, und berichtete, dass die Kolossalfigur ein Weihegeschenk der abgezogenen Griechen für Athene sei. Das Pferd sei nur deshalb so groß gezimmert worden, damit es die Trojaner nicht in ihre Stadt bringen könnten, weil das Kultbild die Stadt, einem angeblichen Orakelspruch zufolge, unbesiegbar machen würde. Als die Holzplastik in der Stadt war, feierten die Trojaner ausgiebig das Ende der Belagerung.

Sinon, der sich in der Dunkelheit aus der Stadt geschlichen hatte, entzündete am Grab Achills das vereinbarte Feuerzeichen für die Griechen, die Segel zu setzen und zurückzukommen. In der Nacht öffneten die im Pferderumpf ausharrenden Krieger eine verborgene Luke und überwältigten die Wachen. Dann öffneten sie von innen das Stadttor und ließen die zurückgekehrte Streitmacht der Griechen ein. Als einziger trojanischer Held soll Äneas dem Massaker entgangen sein. Mit seinem gelähmten Vater * Anchises auf dem Rücken und seinen kleinen Sohn * Askanius an der Hand, floh Äneas aus der brennenden Stadt. Agamemnon selbst soll den Befehl gegeben haben, den vorbildlichen Helden und die Seinen unbehelligt ziehen zu lassen.


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