Vanitas-Sinnbilder, lateinisch vanitas, "leerer Schein", "Eitelkeit",

Symbolhafte Darstellungen der Vergänglichkeit und des Todes als Mahnung vor Sinneslust, Eitelkeit und dem Streben nach vergänglichen irdischen Gütern. Die Putzsucht der Frauen und der allgemeine Niedergang der Sitten waren Hauptthemen kirchlicher Mahnpredigten des 15.-17. Jahrhunderts, in deren Mittelpunkt das Zitat aus dem Buch Prediger (Kohelet) 1, 2 stand: "Vanitas vanitatum, omnia vanitas" (Eitelkeit der Eitelkeiten, alles ist eitel).

Bekannte Vanitas-Sinnbilder sind u. a. die Darstellung dreier Lebender und dreier Toter (* Totentanz) und * Doppelfiguren, mit einer jungen Frau auf der Vorder- und einer alten Frau oder einem Totengerippe auf der Rückseite. Ein anderes verbreitetes Vanitas-Motiv ist der mit einem Röhrchen Seifenblasen formende kleine Knabe (Hinweis auf die rasche Vergänglichkeit). Über Sinnbildern von Reichtum und Macht schwebende Seifenblasen sollen an die Nichtigkeit und Kurzlebigkeit irdischer Güter erinnern.

Versteckte Vanitas-Botschaften finden sich besonders häufig in * Stillleben. Auch umgestürzte Säulen, Ruinen ehemals prachtvoller Bauten und Urnen zählen zu den Symbolen des Vanitasgedankens. Zum Teil um die gleichen Motive handelt es sich bei den so genannten * Memento-mori-Sinnbildern, mit der Bedeutung: "Gedenke des Todes!" Auch sie sollen die Vergänglichkeit aller irdischen Güter mahnend vor Augen führen.


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