Vendelstil, nach dem nördlich von Uppsala/Schweden gelegenen Fundort Vendel bezeichnete nordeuropäische Variante der germanischen Tierornamentik.

Insgesamt werden fünf Spielarten des Vendelstils unterschieden, die sich stark überschneiden; sie werden mit den Buchstaben A-E gekennzeichnet. Manchmal wird auch nur vom Älteren (600-650 n. Chr.) und vom Jüngeren Vendelstil (650-800 n. Chr.) gesprochen. Der Stil A erinnert an römische Tierornamentik, doch in gestreckter, bandförmiger Ausführung, mit schmalen Tierköpfen. Beim Stil B wiederholen sich S-förmige Gestaltungen, ähnlich dem * Laufenden-Hund-Motiv. Die Tiere weisen Krummschnäbel auf und sind meist miteinander verflochten.

Beim Stil C sind die Tiere in einen Flechtbanddekor eingebunden. Auffällig ist die Betonung ihrer Schenkelansätze. Beim Stil D sind die Tiere in Verbindung mit Flechtbändern oft paarig angeordnet. Stil E ist die jüngste und in der Ausführung der verflochtenen Tierkörper aufwendigste Variante. Beispiele des Vendelstils sind vor allem auf * Fibeln und Metallbeschlägen zu finden. Sie erinnern oft an die seit dem 7. Jahrhundert im angelsächsischen Raum übliche Tierornamentik. Aus dem Vendelstil entwickelte sich in der 1. Hälfte 9. Jh. der * Greiftierstil.


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