Volto Santo, italienisch, "heiliges Antlitz".

Der Terminus bezieht sich auf ein im Dom von Lucca aufbewahrtes monumentales * Kruzifix, auf dem Christus in gegürteter langer Tunika dargestellt ist. Das aus dem frühen 13. Jahrhundert stammende Werk ersetzt ein Vorgängerkruzifix, bei dem Nikodemus das Antlitz Christi unter Mithilfe von Engeln geschnitzt haben soll und von dem es heißt, dass es bereits im 8. Jh. von Palästina nach Lucca gelangt sei. 1098 war es im Dom von Lucca nachweislich noch vorhanden, ist aber später verschollen. Vom 12. Jh. an entstanden viele Nachbildungen, von denen das um 1160 entstandene so genanntes "Immerward-Kreuz" im Dom von Braunschweig das bekannteste ist.

Der Urfassung entsprechend, ist der Gekreuzigte lebendig in langer gegürteter Gewandung dargestellt. Erst seit der Gotik wurde Christus als Toter wiedergegeben (* Cristo morto) und die Kleidung auf das Lendentuch (* Perizomium) beschränkt. Durch die gleichfalls mit langer Ärmeltunika dargestellte hl. * Kümmernis kommt es manchmal zu Verwechslungen mit dieser Heiligen.


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