Wärmekugel, Wärmeapfel, ca. 12-15 cm große Hohlkugel aus Eisen, Bunt- oder Edelmetall zum Anwärmen der Hände.

In alten französischen und burgundischen Schatzkammerinventaren wird von silbernen und goldenen mit Email verzierten Wärmekugeln in ledernen Kapseln berichtet. Die vom Mittelalter bis zum Ende des Barocks gebräuchlichen Wärmekugeln bestehen aus zwei Hälften. Im Inneren der Kugeln ist zur Aufnahme der Wärmequelle (meist glühende Holzkohle oder ein im Ofen zur Glut gebrachtes Eisenstück) eine Pfanne angebracht, die durch eine aus mehreren Ringen bestehende Kardanlagerung immer waagrecht gehalten wird. Manche Lagerungen bestehen aus bis zu sechs Schweberingen. Ursprünglich zählte die Wärmekugel zu den liturgischen Geräten. Sie wurde vom Priester während der Heiligen Messe verwendet, um die klammen Finger vor dem Austeilen der * Hostie zu wärmen.

Seit Beginn des 14. Jahrhunderts lässt sich auch der profane Gebrauch, wie etwa bei der Jagd und beim Kirchgang, nachweisen. Weil man sich früher an den auf der Herdplatte gebratenen Äpfeln vor dem Verspeisen die Hände wärmte, brachte man die metallenen Wärmespender damit in Verbindung und nannte sie auch "Wärmeapfel". Manche Exemplare sind mit kunstvoller * Ajourarbeit verziert. Auf die gleiche Art wie Wärmekugeln wurden auch Räucherkugeln hergestellt.


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