Weißlinienschnitt, Sonderform des * Holzschnitts, bei der das Motiv nach dem Abdruck am Papierbogen weiß, das Umfeld dagegen schwarz erscheint.

Der seit dem 15. Jahrhundert nachweisbare Weißlinienschnitt war vor allem im 16. Jahrhundert weit verbreitet. Beim Weißlinienschnitt wird die Darstellung vertieft in den * Holzstock eingeschnitten. Nach dem Einstreichen des Holzstocks mit Druckerschwärze überträgt sich das erhöht liegende Umfeld beim Abdruck schwarz auf das Papier. Beim üblichen Holzschnitt, dem Schwarzlinienschnitt, ist die Vorgangsweise genau umgekehrt: Das Umfeld wird bei der Herstellung entfernt, wodurch das Motiv am Holzstock erhöht ist und beim Abdruck die Druckerschwärze ans Papier abgibt. Ende des 18. Jahrhunderts erlebte die Technik des Weißlinienschnitts durch Th. Bewick eine Renaissance. Der Engländer verwendete das Verfahren für Illustrationen zahlreicher Bücher, zu seinen Hauptwerken zählen "British Birds (Britische Vögel) und "History of Quadrupeds" (Geschichte der Säugetiere).


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