Wiener Aktionismus, österreichische Spielart der * Aktionskunst.

Der Wiener Aktionismus manifestierte sich seit den frühen 1960er Jahren durch eine Form des * Happenings, manchmal unter Anwendung der Erkenntnisse S. Freuds und C. G. Jungs. Die auf Ablehnung gesellschaftlicher Tabus über Fortpflanzung und Tod zielenden Ausdrucksformen stießen oft auf großen Widerstand. Bei den Happenings wurden * prähistorische Kultformen nachempfunden, besonders Fruchtbarkeitsriten, bei denen der nackte Mensch im Mittelpunkt stand, sowie Opferzeremonien, die im Töten und Ausweiden von Tieren gipfelten.

Die Akteure wollten sich durch diese Aktionen von gesellschaftlichen Zwängen befreien und durch die provokanten Handlungen die Aufmerksamkeit der Medienvertreter wecken. Protagonisten des Wiener Aktionismus waren u. a. Hermann Nitsch und Otto Mühl. Letzterer weitete seine Aktionen auf erotische Happenings aus, an denen auch Minderjährige teilnahmen, und geriet deshalb ins Kreuzfeuer der Kritik.


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