Zehner

1) Gebetsschnur der Katholiken, auch Mannsbeten genannt. Im Gegensatz zu den sonst üblichen langen * Rosenkränzen bevorzugten viele Männer früher die kurzen "Mannsbeten". Der Zehner besteht aus einem Fingerring, an dem die Gebetsschnur getragen wurde. An den Ring schließt das * Kredokreuz an, gefolgt von zehn * Ave-Kugeln. Abgeschlossen wird der Zehner entweder durch eine elfte so genannte * Vaterunser-Kugel oder eine Medaille mit der Darstellung eines Heiligen. Ein anderer beliebter Abschluss waren große Quasten oder * Pomander gegen schlechte Gerüche (* Pest).

Es gibt Zehner, bei denen das Kredokreuz nicht an den Fingerring anschließt, sondern als Abschluss dient. In diesen Fällen scheint aber der Zehner einmal gerissen und später verkehrt zusammengesetzt, d. h. aufgefädelt worden zu sein. Das Kredokreuz fungiert nämlich für gewöhnlich als Distanzstück und bildet den für die Handhabung nötigen Abstand zwischen Tragring und den * Ave-Kugeln. Bei allen alten Abbildungen von Zehner ist das Kredokreuz immer unmittelbar hinter dem Tragring angebracht. Der Durchmesser der Kugeln ist manchmal verschieden groß, d. h. die Kugeln werden gegen das Ende zu kleiner.


2) Geldstück vom zehnfachen Wert einer geringwertigeren Münze.


« Zechine

Zehntausend Christen »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.