Zinnfiguren, aus einer Legierung aus Zinn und Blei unter Beimengung geringer Mengen anderer Metalle (Antimon) verkleinert, aber lebensecht hergestellte Figuren. Zinnfiguren gab es schon im Altertum; wahrscheinlich waren es Opfergaben. Erstmalig Erwähnung finden gewerbliche Zinngießer 1285 in Deutschland in den sogen. Nürnberger Akten. Bei den im MA hergestellten Zinnfiguren handelt es sich meist um Darstellungen von * Heiligen, die als * Pilgerabzeichen Verwendung fanden. In Nürnberg wurden Zinnfiguren seit dem letzten Drittel 16. Jh. auch als Spielzeug hergestellt, später vor allem auch in Fürth. Besonders Zinnsoldaten erfreuten sich vom 17.-19. Jh. großer Beliebtheit. Vom franz. König Ludwig XIII. ist bekannt, daß er Zinnfiguren für die Erstellung von Schlachtenordnungen verwendete. Obwohl es auch Rundfiguren von ca. 20 cm Höhe gibt, sind die Zinnfiguren doch großteils Flachfiguren im Maßstab 1 : 60. Ein Infanterist (Angehöriger der Fußtruppe) ist z. B. 2,8 cm hoch. Alte Zinnfiguren sind begehrte Sammelstücke.


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Zinnfolie »


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