Zündnadelgewehr, erster zufriedenstellend funktionierender * Hinterlader.

Das von Johann Nikolaus von Dreyse (geb. 1787; gest. 1867) erfundene System funktioniert in der Weise, dass bei Betätigung des Abzugshahns das mit der Patrone verbundene Zündmittel durch den Stich einer mittels Federkraft in das Innere des Gewehrlaufs eintretenden Nadel (der Zündnadel) entzündet wird. Dreyse baute dabei auf sein Wissen auf, das er sich bei der Herstellung von Präparaten für Zündhütchen von Perkussionsgewehren erworben hatte. Während früher Pulver und Geschoss (selbst bei Verwendung von * Kartuschen) separat, d. h. nacheinander in den Lauf eingebracht wurden, entwickelte Dreyse zunächt die Einheitspatrone, bei der Geschoss und Treibladung als Einheit zusammengefügt waren.

Bei dem ersten Zündnadelgewehren (1827) erfolgte die Ladung der Patronen noch von der Laufmündung her, d. h. nach dem Prinzig des * Vorderladers. Erst 1836 gelang Dreyse die Erzeugung des ersten Zündnadelgewehr als * Hinterlader. Ab 1840 wurden die vom hinteren Laufende her über eine mit Verschluss versehene Kammer zu ladenden Zündnadelgewehr in Preußen als Militärwaffe zunächst für die Füsilierbataillone eingeführt und kamen erstmals bei den Kämpfen im Zuge der Revolution von 1848 zur Anwendung. Nach einem weiteren Einsatz im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 trug das Zündnadelgewehr 1866 beim Krieg Preußens gegen Österreich und seine Verbündeten entscheidend zum Sieg Preußens bei der Schlacht von Königgrätz (3. Juli 1866) bei.


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