Zwischengoldglas, Doppelglas, Bezeichnung für ein Doppelwandglas mit verzierten Einlagen aus Goldfolie.

Die schon in der Antike bekannte Technik (* Goldglas) erlebte im 18. Jahrhundert in den böhmischen Glashütten eine neue Blüte. Bekannt wurde das Verfahren auch durch den Glaskünstler Johann Joseph Mildner (* Mildnergläser). Für die Erzeugung von Zwischengoldglas wurden zunächst zwei meist becherförmige Gläser hergestellt, von denen eines um die Wandstärke des anderen kleiner war und exakt in das größere Glas hineinpasste. Auf die Außenwand des inneren Glases wurde eine Goldfolie aufgebracht und mit der Radiernadel Darstellungen eingeritzt. Als Motive besonders beliebt waren Jagdszenen und Heiligendarstellungen.

Nach dem Einsetzen des Innenglases in das Außenglas erfolgte die Verkittung am Lippenrand mit Hilfe von Harz. Das äußere Glas ist oft durch * Glasschliff verziert. Es gibt auch gedeckelte Pokale, deren Gefäßteil als Zwischengoldglas ausgeführt ist. Eine Sonderform des Zwischengoldglases sind die "Fondi d'oro", bei denen die Standfläche des Glases ausgenommen ist und nach Einbringung der Goldfolie durch Einkleben einer dünnen Scheibe farblosen Glases (mittels Harz) verschlossen wurde. Gläser dieser Art sind oft mit christlichen Symbolen verziert.


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Zwischgold »


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