Beginen, Beghinen (mittellat.  Beguinae),

Im Mittelalter nach ihrer graubraunen Tracht (beige) oder nach dem Priester Lambert le Bègue benannte Frauen, die ursprünglich in den Niederlanden aus religiösen und wirtschaftlichen Gründen klosterähnliche Gemeinschaften bildeten. Später gab es Beginen auch in Frankreich und im deutschen Raum. Die Beginen lebten unter einer Oberin (Priorin), fromm wie die Nonnen in Armut und Keuschheit, legten aber kein Ordensgelübde ab. Ihre Unterkunft, Sammlung (Sammnung) genannt, bestand gewöhnlich aus mehreren möglichst nicht weit voneinander entfernt liegenden Häusern. Die Beginen bestritten ihren eigenen und den Unterhalt der von ihnen versorgten Armen und Kranken u. a. durch Spinnen, Weben und Kerzenziehen. In Verbindung mit der Betreuung von Sterbenden nannte man die Beginen auch Seelfrauen oder Seelschwestern. Zeitweise wurden sie von der Kirche unterdrückt (Konzil von Vienne 1311).


« Begegnung von Maria und Elisabeth

Begrenzte Auflage »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.