Beichtzettel, handgeschriebene oder gedruckte Zettel, die den Gläubigen beim Ablegen der Osterbeichte vom Pfarrer ausgefolgt wurden und auf den Ort sowie das Jahr verweisen. 

Meist sind die Beichtzettel mit einem Heiligenbild kombiniert. In vielen katholischen Gemeinden waren Beichtzettel bis zum 2. Weltkrieg üblich. Da in ländlichen Regionen manche Kleriker mehrere Orte zu betreuen haben, wurden den Dörfern und Weilern in der Osterwoche spezielle Beichttage zugewiesen, an denen die Osterbeichte abgelegt und die Kommunion empfangen werden konnte. An diesen Beichttagen erhielten z. B. Knechte und Dienstmägde einen halben Tag frei, damit sie in der Kirche die Beichte ablegen, d. h. vor dem Priester ihre Sünden bekennen konnten. Nach dem Kirchgang wurde der Beichtzettel dem Dienstherrn zum Beweis der abgelegten Beichte vorgelegt. Auch in den Schulklassen mussten die Beichtzettel vorgewiesen werden.


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Beidenhänder »


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