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BeyArs Kunstlexikon

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Bilderbogen, als * Einblattdrucke hergestellte Ausschneidebögen.

1)  Bilderbogen mit gleichen Darstellungen, d. h. mit mehreren gleichen Einzelbildern, die durch Zerschneiden des Bogens mit einer Schere voneinander getrennt werden. Die für * Wallfahrtsstätten bestimmten * Andachtsbilder und * Schluckbilder sowie die beim * Umdruckverfahren verwendeten kleinen Bildchen wurden häufig in Form von Bilderbogen gedruckt.

2) Bilderbogen mit * kolorierten Bildfolgen, z. B. Darstellungen des * Totentanzes, * Pestblätter (mit Ratschlägen gegen den Schwarzen Tod), die sieben Todsünden (* Tugenden und Laster), die Zehn Gebote und Kalender. Beliebt waren auch Darstellungen von Moritaten, Hinrichtungen, Absonderlichkeiten wie mehrköpfigen Kälbern u. dgl., Spottbilder, Schlachtenszenen (Kampf gegen die Türken), das Alpenleben, Bilder von der * Verkehrten Welt usw.   Die Bemalung der Bilderbogen besorgten * Briefmaler. Der oft in Reimform ausgeführte Textteil war im Mittelalter gering gehalten, da der Großteil der Bevölkerung nicht lesen konnte. Das Darstellungsschema der Bilderbogen als Vorläufer der Bildgeschichte wurde im 19. Jh. von illustrierten Zeitschriften übernommen, z. B. von den * Fliegenden Blättern und der in Paris erschienenen Zeitschrift * Charivari.


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