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BeyArs Kunstlexikon

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Breverl-Etui, Breferl-Büchse, meist der Volkskunst zuzuordnende, oft schön verzierte Behälter aus gepunztem Leder, Metall, Holz, Pappkarton oder * Brokat.

Sie dienen zur Aufbewahrung für die gewöhnlich als * Kupferstich ausgeführten zusammengefalteten "Breverln", Schutzbriefe "contra Maleficia, contra Ignem, Pestem et Tempestatem" (gegen Schaden, Feuer, * Pest und Ungewitter). Breverl-Etuis haben Amulettcharakter, waren im Mittelalter immer fest verschlossen, und der Besitzer kannte ihren Inhalt nicht. Die katholische Kirche kämpfte zeitweise vehement gegen die Breverln an, die im Mittelalter meist mit Beschwörungstexten und Zauberformeln versehen waren. Später wurden in den Breverln vor allem Schutz- und "Helferheilige" (* Nothelfer) angerufen sowie dargestellt und die Breverln dann von der Kirche toleriert und in * Wallfahrtsstätten als "Gweichtel" auch feilgeboten. Kleine (herzförmige) Breverl-Etuis aus Stoff wurden von Kindern an Halsschnüren getragen oder den Kindern unter den Kopfpolster gelegt.


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