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BeyArs Kunstlexikon

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Briefdrucker, von lat. breve, "kurz",

Bezeichnung für Handwerker, die vor Erfindung der * Lettern kurze Texte in Form des * Blockdrucks vervielfältigten. Das Wort "Brief" bezeichnete früher jeden kurzen Text; auch Spielkarten wurden Brief genannt. Heute ist der Ausdruck z. B. noch in den Wörtern Wappenbrief und Frachtbrief enthalten. Die Briefdrucker stellten u. a. * Heiligenbilder her, versehen mit kurzen Gebeten oder Bittformeln, ferner * Ablaßbriefe, Spielkarten und Flugblätter (Pamphlete). Auch die Hersteller der so genannten * Blockbücher werden zumeist Briefdrucker genannt. Der Blockdruck und die * Kolorierung erfolgten oft in derselben Familienwerkstatt.

Die Bezeichnung Briefdrucker und * Briefmaler werden in alten Schriften häufig synonym gebraucht, da auch die Briefmaler * Schablonen verwendeten, um die einfachen Darstellungen serienmäßig zu vervielfältigen und zu bemalen; sie gehörten vom 14.-17. Jh. auch derselben * Zunft an. Die Blütezeit des Briefdrucks war das 15. Jh.; danach wurden in den Druckereien bewegliche Lettern verwendet. Familien, deren Mitglieder durch Generationen als Briefdrucker oder Briefmaler in Erscheinung traten, waren u. a. Antony und Hofer in Augsburg, Bottschuh in Basel, Lauber in Hagenau, Riest (Rist) in Erfurt und Sporer (Spörer) in Nürnberg.


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