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BeyArs Kunstlexikon

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Callot, Jacques (1592/93-1635), aus Frankreich stammender Zeichner und Graveur, nach dem die * Callot-Figuren benannt sind. Nach der Ausbildung bei dem Maler und Glaskünstler C. Henriet und dem Medailleur D. Crocq in seiner Heimatstadt Nancy zog Callot mit einer Zigeunergruppe nach Italien. Von 1608 an war er drei Jahre lang bei dem französischen Kupferstecher Ph. Thomassin in Rom beschäftigt. Danach arbeitete er in Florenz in der Werkstatt des Stechers und Dekorateurs G. Parigi, der für die Medici tätig war und Callot am Fürstenhof einführte. 1614 veröffentlichte Callot einen aus 16 Stichen bestehenden Zyklus mit Darstellungen von Begebenheiten aus dem Leben des Großherzogs Ferdinand I. Medici und wurde im gleichen Jahr von Cosimo II. als Hofkünstler verpflichtet. Während eines Aufenthalts am toskanischen Hof stellte Callot auch die bekannte, aus 20 Stichen bestehende Serie "Varie figure gobbi" (von italienisch gobbo,"Buckel") her. Die 1616 entstandenen Blätter findet man häufig als Vorlage für kleine Krüppel und Zwergenfiguren angeführt, wie sie sich im Barock großer Beliebtheit erfreuten; u. a. wurden sie von Isaak van Ostade kopiert. Callot war auf sehr kleinteilige Darstellungen spezialisiert, wie z. B. der 1617 Lorenzo de Medici gewidmete und aus 50 Blättern bestehende Zyklus "Capricci di varie Figure" erkennen lässt, in dem Orte und Bevölkerung auf köstliche Art und Weise sehr treffend wiedergegeben sind (* Capriccio). In der Serie "Krieg der Liebe", die als sein Probestück bezeichnet wird, sind auf jedem der 30 x 29 cm großen Blätter bis zu 1000 Menschen dargestellt. Neben anderen Werken entstand in der Zeit von 1618-20 die Blattfolge "Drei * Pantaloni" mit Motiven der * Commedia dell' Arte, die zu seinen Meisterwerken zählt.


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