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BeyArs Kunstlexikon

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Daguerreotypie, von dem französischen Dekorationsmaler Louis Jacques Mandé Daguerre (1787/89-1851) erfundene Fototechnik, an deren Gelingen Josef Necéphore Nièpce großen Anteil hatte; diesem gelang 1822 mit einer Lochkamera (* Camera obscura) die erste Fotografie durch Belichtung einer mit einer lichtempfindlichen Schicht versehenen Metallplatte.

Dazu verwendete Nièpce in Lavendelöl gelösten * Asphalt. Daguerre kam 1827 mit Nièpce in Verbindung, und die beiden schlossen 1829 einen Vertrag. Das von ihnen weiterentwickelte Verfahren brachte 1837 die ersten guten Resultate und wurde von Zeitgenossen als "Lichtbildnerei" bezeichnet. Der entscheidende Durchbruch der Daguerreotypie gelang aber erst, nachdem die Erfindung im Auftrag des französischen Königs Louis Philippe aufgekauft worden war. Daguerre erhielt dafür vom französischen Staat eine jährliche Pension in der Höhe von 6.000 Louis d'or und die Erben von Nièpce eine solche von 4.000. Die Präsentation des Verfahrens an der Akademie der Wissenschaften fand 1839 unter der Leitung von François Arago statt.

Die fotografischen Aufnahmen kamen dadurch zustande, dass eine versilberte, wiederholt mit verdünnter Salpetersäure geätzte und polierte Kupferplatte Jod- und/oder Bromdämpfen ausgesetzt wurde, die sie goldgelb färbte und lichtempfindlich machte. Bei der Aufnahme wurde die Platte mit der lichtempfindlichen Schicht mit Hilfe einer Lochkamera (Camera obscura) einige Zeit belichtet. Die mit der Kamera anvisierten Objekte wurden dann nach der "Entwicklung" entsprechend ihrem Helligkeitsgrad auf der Platte sichtbar. Beim Entwickeln setzte man die Platten Quecksilberdämpfen aus, wodurch sich an den belichteten Stellen je nach Intensität der Belichtung ein heller Niederschlag von Quecksilber absetzte. Das nicht belichtete Silberjodid wurde im Fixierbad in unterschwefligsaurem Natrium entfernt. Die aufgenommenen Objekte sind auf den Daguerreotypie seitenverkehrt zu sehen. (Es ist nicht möglich, die Aufnahmen zu vervielfältigen.) Durch die Versilberung spiegeln die mit Glas geschützten Aufnahmen sehr stark. Beim Betrachten muss deshalb jede zusätzliche Spiegelung nach Möglichkeit vermieden, d. h. durch verschieden starkes Neigen der Daguerreotypie der günstigste Blickwinkel ermittelt werden. Das Spiegeln ist eines der Merkmale, wodurch sich Daguerreotypie von * Ambrotypien unterscheiden, die gleichfalls von Sammlern geschätzt werden.


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