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BeyArs Kunstlexikon

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Dolch, vielleicht von griechisch dolon, "Stilett", oft fälschlich von slawisch-böhmisch dolk abgeleitet.

Seit dem 16. Jh. übliche Bezeichnung für eine Stichwaffe mit einer für gewöhnlich 15-25 cm langen, feststehenden Klinge, die in Europa gerade, im Orient meist gebogen ausgeführt ist. Zum Unterschied von den verschiedenen Arten des Messers mit asymmetrischem * Heft ist der Griff des Dolches immer zentrisch angeordnet. Der Dolch ist nicht zum Schneiden, sondern zum Stoß gedacht. Bereits in prähistorischer Zeit fanden starke spitze Knochen als Knochendolche Verwendung. Anders als der Dolch entwickelte sich das Messer aus dem mit einer scharfen Seite, d. h. mit einer Schneide versehenen Schaber. Zur Gänze aus Metall gefertigte Dolche gab es schon in der * Bronzezeit, wie Grabfunde aus Mesopotamien erkennen lassen. Im 13./14. Jh. bezeichnete man den Dolch auch als * Gnadgott, abgeleitet davon, dass schwer Verwundete damit den Todesstoß erhielten. Eine Sonderform bildet der so genannten Linkshanddolch oder * Parierdolch. Er ist etwa doppelt so lang wie ein herkömmlicher Dolch und wurde im 16./17. Jh. verwendet, um die Degenklinge des Gegners abzufangen, zu "parieren". Manchmal wird der Dolch nach der Form seines Griffendes benannt (* Ohrendolch, * Scheibendolch usw.).


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