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BeyArs Kunstlexikon

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Drehleier, Radleier, seit dem 10. Jh. als "Organistrum" bekanntes Saiteninstrument, dessen Resonanzkasten in der Größe zwischen Geige und * Cello liegt, wobei er in der Breite weniger stark eingeschnürt, dafür aber tiefer ist.

Die Saiten (2 oder 4 in Quinten gestimmte Bordunsaiten, d. h. Begleitseiten, und 1 oder 2 durch Tangententasten verkürzte Melodiesaiten) werden nicht mit einem Bogen, sondern mit Hilfe eines Kurbelrades zum Schwingen gebracht. Eine tastenähnliche Vorrichtung entlang der Saiten sorgt für die Tonhöhe. Die Drehleier war ursprünglich für zwei Personen konzipiert, von denen ein Musiker das Rad drehte und der zweite mit der Tastatur die gewünschte Tonhöhe bestimmte. Das vom 13.-16. Jh. als "Symphonia" bezeichnete Instrument wurde u. a. von Minnesängern, danach vor allem von Bänkelsängern sowie Straßen- und Bettelmusikanten verwendet. Diese waren beliebte Motive der Bildenden Kunst. Dem Hofelfenbein- und Bernsteinschneider Wilhelm Krüger (1680-1756), dem die Kurfürsten in Dresden Schutz und Hoffreiheit gewährten, werden unerhört expressiv wirkende, aus Elfenbein geschnitzte Drehleierspieler zugeschrieben; zwei dieser Figuren besitzt das Victoria & Albert Museum in London.


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