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BeyArs Kunstlexikon

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Fauvismus, von französisch fauves, "wilde Tiere", Stilrichtung der französischen Malerei am Anfang des 20. Jh.

Mit dem Ausdruck "fauves" hatte der Pariser Kritiker Louis Vauxcelles (der auch die Bezeichnung * Kubismus prägte) einige Maler bedacht, die ihre Werke im Herbst 1905 in Paris im * Salon d'Automne (Herbstsalon) ausgestellt hatten. Er verglich die Bilder mit denen von "Wilden". Seiner Ansicht nach passten die in grellen, "wilden" Farben gehaltenen, plakativ gestalteten Gemälde nicht in den Rahmen des * Salons. Henri Matisse und andere Künstler übernahmen den Ausdruck dann als Markennamen für die von ihnen angewendete Maltechnik. Die Fauves wurden vom symbolistischen Farbflächendekor P. Gauguins und dem Frühexpressionismus van Goghs angeregt und setzten die vom * Impressionismus sich entfernende Entwicklung fort.

Zwar entsprechen die Motive vielfach noch dem Impressionismus, z. B. Landschaftsbilder, Hafenszenen, Fluss- und Meeresufer, Straßenszenen, Orientalen und Zigeuner, Porträts etc., doch nähern sich die Arbeiten des Fauvismus in Farbwahl und Gestaltung dem deutschen * Expressionismus. Die Betonung der Umrisse durch kräftige Pinselstriche und die Verwendung ausdrucksstarker satter Farben richtete sich vor allem gegen den impressionistischen Illusionismus mit seinem die Konturen auflösenden Stil sowie gegen die für den Impressionismus typische Farbzergliederung und -differenzierung. Der Fauvismus war der erste Stil der Moderne, bei dem die Farben alles andere beherrschten. Unter dem Einfluss Pablo Picassos wandten sich die Vertreter des Fauvismus bereits zwischen 1907 und 1909 dem * Kubismus zu. In fauvistischer Manier malten neben Henri Matisse zeitweise auch Georges Braque, André Derain, Kees van Dongen, Raoul Dufy, Othon Friesz, Albert Marquet, Georges Rouault, Maurice de Vlaminck u. a.


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