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BeyArs Kunstlexikon

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Flachschnitt

1) Mitte 15. Jh. aufgekommener und bis zum Ende der Gotik üblicher flächenfüllender Dekor bei Möbeln, Wandtäfelungen und Kassetten etc. Die meist aus figürlichen Darstellungen in Verbindung mit Rankenwerk bestehenden ornamentalen Verzierungen entstanden durch gleichmäßig flaches Wegschneiden der die Darstellungen umgebenden Fläche (man spricht in dem Zusammenhang von "ausgründen"); die Motive wirken dadurch wie * Applikationen. Bisweilen wurde der Flachschnitt bemalt und manchmal der den Dekor umgebende * Grund gestippt (* Stippen) oder durch Punzen mit zahllosen kleinen Grübchen versehen. Der Flachschnitt war besonders in Süddeutschland und in den Alpenländern verbreitet. Gebräuchlich wurde der Dekor wieder im 19. Jh., und zwar bei im Stil der * Neogotik und im * altdeutschen Stil ausgeführten Möbeln.

2) Der Ausdruck Flachschnitt ist auch in Verbindung mit Elfenbeinschnitzereien und beim * Glasschliff üblich, wenn die Motive durch den gleichmäßig weggeschnittenen Grund wie appliziert wirken.


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