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BeyArs Kunstlexikon

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Geburt Mariä, im Rahmen der im Mittelalter beliebten Zyklen mit Szenen aus dem Leben Marias dargestelltes Ereignis.

Da die Geburt Mariä in den * Evangelien keine Erwähnung findet, folgt der Bildaufbau * apokryphen Schriften, und zwar dem Protoevangelium Jacobi (4,1) und dem Pseudomatthäus. Als früheste erhaltene Darstellung der Geburt Mariä gilt die Illumination im * Menologion Basilios' II. vom Ende 10. Jh. (Bibliotheca Vaticana, Rom). Frühe Darstellungen finden sich auch in der Ostkirche, vor allem in Verbindung mit dem am 9. Sept. gefeierten Fest der Empfängnis der hl. * Anna. In der westlichen Kunst wurde das Motiv der Geburt Mariä erst im 15./16. Jh. allgemein üblich. Beliebt war die Darstellung der Geburt Mariä innerhalb einer detailreich ausgestatteten Wochenstube eines Bürgerhauses, mit der hl. * Anna im Wochenbett und hilfreichen Frauen, die Geschenke bringen und das Bad für das Kind vorbereiten (Fresko von Domenico Ghirlandaio, S. Maria Novella, Florenz). Als Vorbild für diese Szene dienten Bilder von der * Geburt Christi. Seit dem 14. Jh. gibt es auch Darstellungen der Geburt Mariä innerhalb eines sakralen Raumes, etwa im Pastophorium einer Kirche (um 1310 entstandenes Fresko von Giotto, Arena-Kapelle in Padua) oder innerhalb eines spätgotischen Kirchenschiffes (um 1518 entstandenes Gemälde von Albrecht Altdorfer, Pinakothek, München) mit vom Himmel herabsteigenden Engeln.


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