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BeyArs Kunstlexikon

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Gemme, von lateinisch gemma, "Auge", "Knospe" (am Rebstock), "Edelstein".

Das im deutschen Sprachraum schon als "gimma" (althochdeutsch) und "gimme" (mittelhochdeutsch) gebräuchliche Wort bezeichnete früher ganz allgemein jede Art von geschnittenen edlen Steinen, wie etwa die als Prunkkamee ausgeführte "Gemma Augustea" (Kunsthistorisches Museum, Wien). Vertieft geschnittene Exemplare wurden früher meist * Intaglios (Intaglien) genannt, ein Ausdruck, der heute für großflächig vertieft geschnittene Schmucksteine gebräuchlich ist.

Kleinformatige Tiefschnitte, etwa die Ringplatten von Wappenringen, werden heute im Allgemeinen als Gemme bezeichnet, erhöhte, reliefartig gestaltete Steinschnitte dagegen als Kameen (vgl. * Glyptik). Kleinformatige glyptische Arbeiten waren schon im Altertum hoch geschätzt. Bereits im 5./4. Jt. v. Chr. verwendete man in Mesopotamien geritzte Steine (meist * Steatit) als Siegelstempel. Später dienten sie auch als Zierat an Geräten, Möbeln, Waffen etc. sowie als Schmuckstücke und Amulette, etwa in Form der * Skarabäen (bei denen die Unterseite als Gemme ausgeführt ist). Bekannt waren Gemmen in Griechenland bereits seit der * geometrischen Periode (ca. 900-700 v. Chr.). Seit dem Hellenismus gibt es mit Gemmen verzierte Ringe. Berühmt für seine als Kameen und Gemmen ausgeführten Porträts war Pyrgoteles, der Steinschneider Alexanders d. Gr.

Die erste Blütezeit erlebte der Steinschnitt dann in Rom, in der frühen Kaiserzeit. Allerdings schätzte man zu der Zeit mehr die erhöhten, als Kameen gestalteten glyptischen Arbeiten, die als Ringkopf Verwendung fanden. Besonders beliebt als Material für die Herstellung von Gemmen und Kameen waren * Lagensteine und der * Karneol, in römischer Zeit bereits auch * Glasflüsse. Antike Steinschnitte wurden im Mittelalter als Zierde für Herrscherkronen, * Reliquiare und Kreuze geschätzt (* Crux gemmata).


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