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BeyArs Kunstlexikon

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Goldener Schnitt(lateinisch sectio aurea, französisch section d'or), die Teilung einer Strecke in zwei ungleiche Abschnitte in der Weise, dass das Verhältnis des größeren zum kleineren Abschnitt dem der ganzen Strecke zum größeren Abschnitt entspricht.

Das schon in der Antike bekannte Wissen um den Goldenen Schnitt wurde in der Kunst der Renaissance neu aufgegriffen. Reale Bedeutung hat der Goldene Schnitt beim Kompositionsaufbau von Bildwerken allerdings nie erlangt, weil sich künstlerische Gegebenheiten nur schwer einer strengen mathematischen Konzeption unterordnen lassen. Berühmte Maler wie Raffael und Tizian haben sich zwar eingehend mit dem Goldenen Schnitt auseinandergesetzt, stellten aber die Kunst über die theoretischen Idealproportionen und nahmen Abweichungen hin. Die menschliche Gestalt wurde in Oberkörper als den kleineren (Minor) und Unterkörper als den größeren Teil (Maior) eingeteilt, ebenso die Extremitäten (Oberarm-Unterarm, Oberschenkel-Unterschenkel). Sehr genau an die mathematischen Proportionsvorgaben des Goldenen Schnitt hielten sich viele Kubisten. (Vom Goldenen Schnitt zu unterscheiden ist der * Goldschnitt, d. h. die Blattgold-Auflage auf den Schnittflächen der Buchseiten.)


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